Dorfkirche
Kagar (Ostprignitz-Ruppin)

Die Dorfkirche Kagar ist als asymmetrischer neugotischer Backsteinbau mit Staffelgiebel in den Jahren 1908-09 anstelle einer baufälligen Fachwerkkirche errichtet worden.

Bald nach seiner Ersterwähnung 1525 lag Kagar bereits "wüst". Mit dem Edikt von Potsdam von 1685 wollte der große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die durch den Dreißigjährigen Krieg entvölkerten Orte wiederbeleben. In Kagar siedelten sich im Jahre 1686 20 Hugenottenfamilien unter der Führung von Pierre Etienne und ihres Pastors Jeremie Roccard an. Seit dem gab es eine französisch-reformierte Gemeinde im Ort, die sich zuerst im neu gebauten Beethaus traf. Diese bestand allerdings nur bis 1721, da Familien wieder wegzogen und Wallonenfamilien ansiedelten. Danach schlossen sich die Hugenotten der französisch-reformierten Gemeinde Rheinsberg an. Im 18. Jahrhundert predigten zeitweise drei Pastoren für die Gläubigen in Kagar, für die deutsch-reformierte Gemeinde, die französisch-reformierte Gemeinde und die lutherische Gemeinde. Heute gehört Kagar zur Kirchengemeinde „Zechliner Land“.

1763 wurde eine schlichte Fachwerkkirche gebaut, in der Wohl Kanzel und Kanzeltisch eine Einheit bildeten. Die Kirche war aber hundert Jahre später bereits in einem schlechten Zustand und musste 1896 baupolizeilich gesperrt werden. Ein Neubau konnte erst 1908 nach dem Zusammentragen umfangreicher finanzieller Mittel begonnen werden. Auch die Kaiserin Viktoria Auguste (1858-1921), im Volksmund „Kirchenjuste“ genannt, unterstützte die Kirchengemeinde. Zur Bekämpfung des „religiös-sittlichen Notstandes“ in Brandenburg wollte die Kaiserin, dass in jedem märkischen Dorf ein kleines Gotteshaus stand und so wurden unter ihrem Protektorat etwa 70 Kirchen erbaut. Mit einem Patronatsbeitrag in Höhe von 9.312,48 Mark unterstützte sie auch den Kirchenneubau in Kagar. So konnte die Kirche 1909 eingeweiht werden und wegen des umfangreichen Zuschusses wurde für die Königsfamilie ein Patronatsgestühl im vorderen Teil der Kirche eingerichtet. Dieses Gestühl hat einen direkten Zugang von außen, damit man ungesehen die Kirche betreten konnte. Die Kaiserin war aber nach unserem Wissen nie in diesem kleinen Gotteshaus.

Neben dem Patronatsgestühl sind auch die Bänke, die Empore mit Orgel im Gepräge des Jugendstils ausgestattet. Überwölbt wird der überaus reich und farbig mit Ornamenten gestaltete Innenraum mit einer Holztonnendecke. Das geschlossene Ensemble aus Altar, Kanzel, hölzernem Deckenleuchter und Orgel mit ausladendem Prospekt stammen aus der Bauzeit. Hinter dem Altar überraschen ein aufgemalter Wandbehang sowie drei bleigefasste Apsisfenster mit farbigen Rankenmotiven, die sich in der Bestuhlungsbemalung fortsetzen. Die Kirche wurde 1995-97 aufwendig saniert und ist in den Sommermonaten für Besucher geöffnet.

Sonntag, 3. Dezember, 14:00 Uhr Evangelische Kirche St. Nikolai Adventskonzert

Junge Künstler der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" Elbe-Elster laden zum klangvollen Konzert zu Beginn der Adventszeit nach Uebigau. 

Anschrift: Evangelische Kirche St. Nikolai, An der Kirche, 04938 Uebigau Karte

Samstag, 9. Dezember, 16:00 Uhr Evangelische Kirche Borgsdorf Winterliche Klänge
Sonntag, 10. Dezember, 16:00 Uhr Ev. Sankt Barbara Kirche Oschätzchen Adventsmusik am Kachelofen
Dienstag, 19. Dezember, 16:30 Uhr Ev. Kirche Brieselang Weihnachtskonzert